Brüssel/München. Das Europäische Patentamt (EPA) und die Europäische Kommission haben heute die 12 Nominierten für den diesjährigen European Inventor of the Year 2009 bekannt gegeben. Die Erfindungen spiegeln viele der großen Herausforderungen unserer Zeit wieder. Dominierend sind die Themen Energie, Umwelt und Gesundheit. Die von einer internationalen Jury nominierten Erfinder haben mit ihren patentgeschützten Innovationen Krankheiten besiegt, neue Energien erschlossen, Sicherheitsvorkehrungen verbessert oder neue Mobilitätskonzepte ermöglicht. Alle nominierten Erfindungen entsprechen dem Gedanken des European Inventor of the Year, der ein Symbol für die menschliche Innovationskraft als Grundlage für technischen, ökonomischen und sozialen Fortschritt ist.
Zu den drei Finalisten in der Kategorie Lebenswerk gehören auch zwei deutsche Forscher: Adolf Goetzberger gilt weithin als der Vater der kommerziellen Nutzung der Solarenergie. Mit seinen Forschungsprojekten und Publikationen legte er den Grundstein zur alternativen Energiegewinnung durch Sonnenenergie. Anfang der 80er gründete er das größte europäische Forschungsinstitut für Solarenergie, das Fraunhofer ISE in Freiburg. Durch die Arbeit der Biochemikerin Maria-Regina Kula ist es heute möglich, Chemikalien und Arzneimittel sanfter und umweltfreundlicher herzustellen. Kula erkannte das katalytische Potential des Hefeenzyms Formiat-Dehydrogenase (FDH), das heute bei der Entwicklung neuer Medikamente, zum Beispiel gegen Krebs verwendet wird.
Wer am Ende in den vier Kategorien Industrie, KMU/Forschung, außereuropäische Staaten sowie Lebenswerk die Nase im Rennen um den prestigeträchtigen Preis vorne hat, wird sich bei der feierlichen Preisverleihung am 28. April 2009 in Prag zeigen.
Zu den früheren Gewinnern zählen der spätere Nobelpreisträger für Physik Peter Grünberg (2006) und der Entwickler des viele Leben rettenden AIDS-Cocktails, Erik De Clercq (2008).
Der für Unternehmen und Industrie zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission Günter Verheugen erklärte: "Diese Auszeichnung zeigt, dass Europa über das Potenzial zur Entwicklung wahrhaft bahnbrechender Erfindungen verfügt, die wir heute dringend benötigen, um unsere Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Alle Nominierten stehen für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Europas."
Alison Brimelow, Präsidentin des Europäischen Patentamts: "In vielen Technologien spielen Patente bei der Verbreitung von Innovationen eine tragende Rolle. Diese Rolle gilt es, mit einer konsequenten Qualitätspolitik im europäischen Patentsystem zu stärken. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch in Zukunft wichtige Erfindungen einen adäquaten und wirksamen Patentschutz erhalten können."
Unter den zahlreichen Innovationspreisen sticht der "European Inventor of the Year" wegen seiner geographischen Reichweite und des einzigartigen Auswahlverfahrens hervor. Bei der Nominierung hat die unabhängige, internationale Jury Zugriff auf Kandidaturen im Rahmen eines offenen Wettbewerbs sowie die Expertise von Patentprüfern nationaler Patentämter und des EPA. Zur Wahl standen Erfindungen, die vor dem 1.1.2004 vom EPA patentiert wurden und erfolgreich waren. Der Preis hat symbolischen Charakter und beinhaltet keine materielle oder finanzielle Belohnung.
Ausgezeichnet werden Erfinder und Erfindungen, die in Europa einen maßgeblichen und nachhaltigen Beitrag zum technischen Fortschritt und damit auch zur wirtschaftlichen Stärkung Europas geleistet haben. Der "European Inventor of the Year" wurde von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Patentamt (EPA) 2006 gemeinsam ins Leben gerufen.
Die diesjährige Preisverleihung findet in Prag im Rahmen des Europäischen Patentforums und der PATINNOVA 2009 statt.
Näheres dazu erfahren Sie unter: http://www.epo.org/about-us/events/epf2009.html
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© 2008 Deutsches Patent- und Markenamt | Stand vom 11.02.2010