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Präsentation des Deutschen Patentinformationssystems DEPATIS

Pressemitteilung vom 15.07.1999

Gemeinsam mit dem Staatssekretär des Bundesministeriums der Justiz, Herrn Dr. Hansjörg Geiger, stellte der Präsident des Deutschen Patent- und Markenamts, Herr Dipl.-Ing. Norbert Haugg, der Öffentlichkeit das Recherche- und Archivsystem DEPATIS (Deutsches Patentinformationssystem) vor. Mit diesem leistungsfähigen System können die Prüfer des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) sowie die Öffentlichkeit in der Auslegehalle des DPMA in München mit neuester Technologie Recherchen in allen Gebieten der Technik durchführen.

Das DPMA verzeichnet seit 1990 steigende Anmeldezahlen, von Jahr zu Jahr werden mehr Prüfungs- und Rechercheanträge gestellt. Waren es 1998 noch circa 48.000, so werden 1999 circa 51.000 Recherchen durchgeführt werden. Auch die Öffentlichkeit verlangt seit Jahren für ihren Recherchebedarf den erweiterten Zugang zu den Archiven des DPMAs um in ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit die Patentdokumentation verstärkt einzubinden. Allein die hohe Nutzung des im Internet verfügbaren DEPANET, in Verbindung mit dem europäischen Espacenet zeigt, trotz der restriktiven Nutzungsmöglichkeiten, den hohen Bedarf.

Jetzt steht mit DEPATIS zunächst den Prüfern des Deutschen Patent- und Markenamts sowie den Nutzern der Auslegehalle in München eine Technologie zur Verfügung, die ihnen einen integrierten Zugriff auf die für die Patentprüfung so wichtigen Patentdokumente der wichtigsten Patentämter der Welt auf elektronischer Basis ermöglicht.

Bislang waren die Patentdokumente numerisch nach Dokumentennummern sortiert. Darüber hinaus hat das DPMA nach technischen Fachgebieten sortierte - sogenannte klassifikatorische - Sammlungen aufgebaut, um einen fachbezogenen Zugriff auf die Dokumente zu ermöglichen. Diese intellektuell erstellten Sammlungen enthalten bedingt durch viele Mehrfachablagen heute bereits circa 38 Millionen Patentdokumente. Für die Aufbewahrung sind ca. 3300 Stahlschränke und circa 7 km Regalflächen mit einer Stellfläche von mehr als 5000 qm erforderlich. Demgegenüber beträgt die Stellfläche für die zentralen Serverkomponenten des Archivs von DEPATIS, das künftig die klassifikatorischen Sammlungen überflüssig machen wird, weniger als 240 qm, ist also um den Faktor 20 kleiner.

Das Herzstück von DEPATIS ist das circa 16 Terabyte Speicherkapazität umfassende Archiv. In diesem Archiv sind bereits jetzt mehr als 19 Millionen Patentdokumente mit insgesamt über 200 Millionen Faksimileseiten gespeichert. Allein der Aufbau dieser Archivbestände hat ein Jahr in Anspruch genommen. Die Faksimiledaten wurden im Rahmen eines internationalen Projekts mehrerer Patentämter von kommerziellen Scanzentren eingescannt und auf circa 60.000 Cartridges abgespeichert. Von diesen Cartridges mußten die Daten zum einen im Originalscanformat von 300 dpi auf WORM-Platten und zum andern nach entsprechender Skalierung in 150 dpi Auflösung auf Magnetplatten geschrieben werden. Die hohe Auflösung dient zum Drucken und die niedrige Auflösung zum Darstellen vollständiger DIN-A4-Seiten am Bildschirm.

Auf jedem der derzeit für circa 120 Patentprüfer (von insgesamt 540 Patentprüfern) verfügbaren Arbeitsplätze kann jede beliebige Seite aus diesem großen Archiv in weniger als 0,5 Sekunden dargestellt werden. Diese eindrucksvolle Geschwindigkeit des Bildaufbaus und die gestochen scharfe Darstellung der Seiten auf den speziellen hochauflösenden Bildschirmen zeigen den innovativen Charakter des neuen Systems.

Zur optimalen Nutzung der starken Archivkomponente weist DEPATIS ein leistungsfähiges Recherchesystem mit verschiedenen Volltextdatenbanken, u.a. der deutschen Patentdokumente ab 1987, auf. Die Prüfer des DPMA können bei Bedarf auch weiterhin auf Datenbanken bei internationalen Hosts zugreifen, um die Qualität und Vollständigkeit der Recherche zu gewährleisten.

Die schnelle und effiziente Verbindung von Volltextrecherchen in internen und externen Datenbanken und die Möglichkeit die Ergebnisse unmittelbar im Originalformat mit Figuren, Formeln etc. darzustellen, gewährleisten eine umfassende und effiziente Recherche von hoher Qualität. In Anbetracht der weiter steigenden Datenbestände wird das DPMA durch den Einsatz von DEPATIS somit seine bekannte Dienstleistungsqualität erhalten und ausbauen.

Die bis heute investierten Mittel belaufen sich auf circa 110 Millionen DM. Sobald der Umbau des Hochhauses abgeschlossen ist und damit der Vollausbau möglich ist, werden insgesamt circa 150 Millionen DM investiert sein. Dann wird - nach einer Einführungsphase - jeder Patentprüfer DEPATIS für seine Arbeit nutzen.

Im Rahmen der heute von allen großen Patentämtern vorgesehenen Möglichkeiten, Patentdokumente nur über Datenträger oder Datenleitungen auszutauschen, hat das DPMA hiermit die Voraussetzung für den Anschluß an die europäische und internationale Entwicklung geschaffen.

Die heute noch vorhandenen Papierdokumentationen werden schrittweise abgebaut werden.

Mit dem Expertenwissen seiner Prüfer, seinen umfassenden Datenbeständen und dem zeitgemäßen, leistungsfähigen Recherche- und Archivsystem DEPATIS sowie der geplanten Öffnung seiner Systeme für die Öffentlichkeit leistet das Deutsche Patent- und Markenamt seinen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

© 2012 Deutsches Patent- und Markenamt | Stand vom 06.02.2012 

 

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