Heute tritt Dr. Jürgen Schade sein neues Amt als Präsident des Deutschen Patent- und Markenamts an.
Mit Schade steht erneut ein Jurist an der Spitze dieser, dem Bundesministerium der Justiz nachgeordneten Behörde mit rund 2.400 Beschäftigten.
Der 58-jährige gebürtige Berliner studierte zunächst Theologie und dann Rechtswissenschaften in München. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen (1973) war Jürgen Schade zunächst vier Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht in München tätig. Nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen (1976) wurde er 1977 Mitglied des Deutschen Patentamts und promovierte 1978 im Wettbewerbsrecht zum Doctor iuris.
Zwischen 1981 und 1982 war er an die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) in Genf abgeordnet, um dort in Patentangelegenheiten ein Treuhandabkommen der Bundesregierung für ostafrikanische Staaten (ARIPO) durchzuführen.
1983 nahm er seine Tätigkeit beim Deutschen Patentamt wieder auf, zunächst als Mitglied der Rechtsabteilung, später als Referatsleiter für internationales Patentrecht.
1986 wechselte Schade als Richter zum Bundespatentgericht, war dort bis 1989 Mitglied eines Marken-Beschwerdesenats, dann Mitglied eines technischen Beschwerdesenats sowie der Prüfungskommission für Patentanwaltsbewerber und ab 1991 zugleich Mitglied des Rechtssenats.
Von 1994 bis 1998 war Jürgen Schade Mitglied des Bayerischen Landtags, Mitglied des Ausschusses für Verfassungs-, Rechts- und Parlamentsfragen sowie Mitglied des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes.
1999 nahm er wieder sein Richteramt am Bundespatentgericht auf, zunächst als stellvertretender Vorsitzender des Gebrauchsmuster-Beschwerdesenats und des Beschwerdesenats für den Sortenschutz, zuletzt als Vorsitzender Richter eines Marken-Beschwerdesenats.
Neben seinen Aufgaben im Deutschen Patentamt und im Bundespatentgericht wurde Jürgen Schade in den Jahren 1983 bis 2001 vielfach als Patentexperte in afrikanischen und asiatischen Ländern eingesetzt und nahm an zahlreichen europäischen und internationalen Konferenzen teil. Daneben war er 1999 bis 2001 Mitglied der deutschen Delegation in der Arbeitsgruppe Streitregelung unter dem Mandat der Pariser Konferenz für die Harmonisierung der europäischen Patentgerichtsbarkeit. Darüber hinaus hielt er viele Vorträge und veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen, insbesondere zum europäischen und internationalen Patentrecht.
© 2012 Deutsches Patent- und Markenamt | Stand vom 06.02.2012